Termine

Home . Presse . Pressemeldungen . Pressekonferenz - Statement
10.09.2009

Pressekonferenz - Statement

Helmut Klemme, Präsident des Verbandes Deutscher Großbäckereien

Großbäckereien behaupten sich in der Krise: Arbeitsplätze nicht gefährdet

Die Verbraucherstimmung ist, wenn man den Untersuchungen der Konsumforscher Glauben schenken kann, trotz der kritischen Wirtschaftslage bisher (noch) nicht eingebrochen. Brot und Backwaren als Grundnahrungsmittel haben ihre Position bei den Lebensmitteln behaupten können und verzeichnen insgesamt stabile Umsätze. Sie bieten Verbrauchern, die auf den Preis achten müssen, auch in der Krise eine preiswerte Alternative zum Außer-Haus-Verzehr. Denjenigen, die mehr auf Genuss achten, steht eine vielfältige Auswahl von qualitativ hochwertigen Produkten zur Verfügung.

In diesen schwierigen Zeiten behaupten sich die Großbäckereien erfolgreich am Markt. Ein Beleg dafür ist die Tatsache, dass uns weder Kurzarbeit noch betriebsbedingte Kündigungen aus Großbäckereien bekannt sind. Die rund 35.000 Arbeitsplätze in den deutschen Großbäckereien sind sicher!


Anzahl der Unternehmen weiter rückläufig – Konzentration setzt sich fort

Meine Damen und Herren, der Backwarenmarkt in Deutschland zeichnet sich nach wie vor aus durch eine Vielzahl von kleinen und mittleren Unternehmen. Bereits seit einigen Jahren zeigen sich allerdings zwei unterschiedliche Entwicklungen: Die Zahl der Unternehmen geht kontinuierlich zurück und der Marktanteil der großen Unternehmen steigt.

Nach den letzten verfügbaren Zahlen des Statischen Bundesamtes gab es 2007 insgesamt 16.177 Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 16,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Jahr 2006 ist die Zahl der Unternehmen um vier Prozent gesunken – und wir gehen davon aus, dass sie weiter sinken wird. Dies ist im Übrigen eine Entwicklung, die sich auch in anderen stark mittelständisch geprägten Branchen in Deutschland zeigt..

Im Vergleich zu 2006 ist der Umsatz der Branche 2007 um mehr als vier Prozent gestiegen Fast 76 Prozent des Gesamtumsatzes der Branche entfallen auf 2003 Betriebe mit einem Umsatz von mehr als 1 Million Euro jährlich. Die 27 größten Unternehmen haben mit 26,8 Prozent einen höheren Marktanteil als die 14.076 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 1 Million Euro. Diese Unternehmen kommen auf einen Marktanteil von 24,1 Prozent.


Konzentration in der Branche führt nicht zur Einschränkung des Angebots – im Gegenteil

Skeptiker befürchten, dass durch die zunehmende Konzentration die Vielfalt im Angebot an Backwaren in Zukunft zurückgehen wird. Genau das Gegenteil ist der Fall: Die Breite des Sortiments steigt kontinuierlich. Deutschland ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein Rückgang der Einzelbäckereien nicht zu einer Einschränkung des Angebots führen muss. In kaum einem anderen Land der Welt ist die Vielfalt so groß wie bei uns. Vielfalt bezieht sich im Übrigen nicht allein auf die unterschiedlichen Sorten, ob herzhaft, süß oder pikant, sondern auch auf die Vielfalt der Angebotsformen. Bäckereien, Backshops mit und ohne Bedienung, Convenience-Stores, Tankstellen, Backstationen, Bäckereien in den Vorkassenzonen des Lebensmitteleinzelhandels, Brotregale im Handel, Tiefkühltheken und viele andere mehr bieten den Verbrauchern inzwischen nahezu rund um die Uhr die Möglichkeit, Brot einzukaufen. Alle Angebotsformen haben ihre Daseinsberechtigung.


Pro-Kopf-Verbrauch auf hohem Niveau stabil

Wir schätzen Einkauf von Brot und Backwaren für das Jahr 2008 auf rund 85 Kilogramm. Im langfristigen Vergleich der letzten zehn Jahre gab es beim Verbrauch von Brot und Backwaren nur geringfügige Schwankungen zwischen 83 und 87 Kilogramm pro Kopf. Der tatsächliche Verbrauch liegt bei ca. 56 Kilogramm. Die Differenz entsteht zum einen durch Brot, das in den Haushalten weggeworfen wird. Zum anderen sind dies Brotmengen, die von den Herstellern wegen Erreichung des Mindesthaltbarkeitsdatums (Frischegarantie) zurückgenommen werden. Diese Brote werden in erster Linie als Futtermittel verwendet.

Brot und Backwaren werden auch in Zukunft ihren festen Platz auf den Einkaufs- und Speisezetteln der Verbraucher haben. Sie entsprechen den Wünschen der Verbraucher nach Qualität, Sicherheit, Genuss, Frische, Gesundheit, Vielfalt, Regionalität und einem ausgewogenen Preis-Leistungs-Verhältnis. Steigerungen des Verbrauchs sind vor allem durch das Nischen- und Trendprodukte möglich. Dazu gehören zum Beispiel mediterrane, krustige Produkte oder helle weiche Brotsorten. Auf dem Vormarsch sind zum Beispiel Toast und Sandwiches.


Kein Spielraum für Kostensenkungen trotz Entspannung bei Rohstoffen

Die Rohstoffsituation bei Getreide, einem der größten Kostenfaktoren in der Backbranche, hat sich im Vergleich zu den letzten Jahren deutlich entspannt. Dennoch sieht die Branche keinen Spielraum für mögliche Preissenkungen. Preissprünge wie in der Vergangenheit können auch auf den Rohstoffmärkten für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden. Der Verband Deutscher Mühlen geht übrigens davon aus, dass langfristig die Weizenbestände rund um den Globus langfristig zurückgehen werden. Dabei spielen insbesondere die Verwendung von Weizen als Tierfutter, aber auch zunehmend die energetische Nutzung zum Beispiel für die Verwendung als Bioethanol eine Rolle.

Ungeachtet der vorläufigen Entspannung auf den Rohstoffmärkten muss die Branche mit zusätzlichen Kosten rechnen: Die Kosten für Benzin und Diesel sind zwar im vergleich zum letzten Jahr gesunken, seit Jahrsbeginn sind sie allerdings wieder angezogen. Deutlich gestiegen sind die Energiekosten (Gas und Strom) in der Produktion. In der Logistik spielt insbesondere die ebenfalls gestiegene LKW-Maut eine entscheidende Rolle. Gerade für die Großbäckereien sind Logistikkosten ein entscheidender Faktor in der Kalkulation. Hinzukommen weitere Kostenfaktoren wie Folien und Verpackung. Dennoch: Preiserhöhungen sind derzeit nicht zu erwarten.

Zwei abschließende Hinweise: Sie finden ergänzende Materialien in Ihren Unterlagen und alle Materialien stehen ab sofort unter www.grossbaecker.de im Internet zum Download für Sie bereit. Dort finden Sie im Übrigen auch Fotos aus Großbäckereien zur freien Verwendung.