Getreidevielfalt ermöglicht Brotvielfalt
Der Weizen ist unser wichtigstes Brotgetreide. Nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt. Neben dem Brotweizen gehören auch Dinkel (Spelzweizen) und Hartweizen (für die Nudeln) zu dieser Pflanzenfamilie.
Historisch war der Roggen unser Haupt-Brotgetreide - bis ihm zu Anfang des letzten Jahrhunderts der ertragreichere Weizen den Rang ablief. Aber: Nach neuesten Umfragen ist der Roggen heute für die Bundesbürger wieder ein Getreide, das besonders "in" ist.
Weizen und Roggen bilden die Rohstoffe für die Brotvielfalt und den Geschmack unserer Gebäcke. Benötigt wird Qualitäts-Brotgetreide: So spielen neben der Mahlfähigkeit von Weizen und Roggen vor allem der Eiweiß- und Klebergehalt eine bedeutende Rolle. Sie sind wichtig für die Quell- und Dehnfähigkeit der Teige sowie deren Backeigenschaften. Je nach dem, für welche Produkte Müllerei und Backgewerbe den Rohstoff Getreide nach der Ernte weiterverarbeiten wollen, stellen sich unterschiedliche Anforderungen. Schon bei der Aussaat muss der Landwirt daher an die Mahl- und Backqualitäten seines Getreides denken, das er nach der Ernte verkaufen will.
Mit verbesserter Saatgut-Auswahl, dem fachgerechten Anbau und der sorgfältigen Pflege und Lagerung des Getreides erzielt die Landwirtschaft heute hochwertige Kornqualitäten. Die Zeiten, in denen Brotweizen aus Amerika importiert werden musste, sind vorbei. Im Gegenteil: Qualitätsgetreide ist in den letzten Jahren zu einem gefragten Exportartikel avanciert.
Getreidevielfalt und Kulturpflege
Eine Vielzahl hochwertiger Getreidesorten ermöglicht es dem Landwirt heute, das für seinen Boden optimale und für seine Klimaregion günstigste Saatgut auszuwählen. Hinter Namen wie "Dekan" oder "Picasso" verbergen sich weit verbreitete Weizen- bzw. Roggensorten. Sie liefern dem Landwirt gute Erträge, haben eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Pflanzenkrankheiten und bieten gute Backeigenschaften.
Fachgerechter Ackerbau bedeutet für den modernen Landwirt auch Landschaftspflege und Schutz des Bodens. Die in vielen Generationen geschaffenen Kulturböden müssen gepflegt und umweltverträglich genutzt werden. Deshalb gehen die Landwirte bei Düngung und Pflanzenschutz nicht etwa nach dem Prinzip "viel hilft viel" vor. Vielmehr werden dem Boden gezielt diejenigen Nährstoffe zugeführt, die für das gesunde Wachstum notwendig sind.
Beim Pflanzenschutz dienen regelmäßige Kontrollen auf dem Feld zur Früherkennung möglicher Pflanzenkrankheiten oder Schädlinge. Dann – und nur dann! – greift der Landwirt mit Behandlungsmitteln ein. Die Wirkstoffe werden so sparsam wie möglich dosiert, um Pflanzen und Böden zu schonen sowie Nebenwirkungen und Kosten zu minimieren. Es kommen nur amtlich zugelassene, unbedenkliche Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Zur Sicherheit werden regelmäßig Rückstandskontrollen durchgeführt: Nach dem neuesten Überwachungsreport des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit lagen alle untersuchten Brotgetreide-Proben aus Deutschland im „grünen Bereich“.






